Konzeptpapier zur Umnutzung oder Schließung von Gebäuden
Geistliches Leitwort: Lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen zu einem geistlichen Haus. 1. Petrus 2,5
1. Anlass
Die Evangelische Kirchengemeinde Volmerdingsen‑Werste steht vor der Aufgabe, ihren Gebäudebestand an die gegenwärtigen und zukünftigen Anforderungen anzupassen. Gründe hierfür sind die finanzielle Entwicklung, der Rückgang der Mitgliederzahlen, die Klimaschutz- und Energieaufwendungen sowie die langfristig nicht mehr zur Verfügung stehenden personellen Ressourcen. Uns ist bewusst, dass der Verlust oder die Umnutzung von Gebäuden nicht nur die Finanzen betrifft, sondern maßgeblich auch Identität, Emotionen und kirchliches Leben.
2. Zielsetzung
Ziel dieses Konzeptpapiers ist es, ein transparentes und strukturiertes Vorgehen für die mögliche Umnutzung oder Schließung kirchlicher Gebäude festzulegen. Das Vorgehen soll sicherstellen, dass:
· wirtschaftliche Verantwortung,
· nachhaltige Bauunterhaltung,
· seelsorgliche Sensibilität
und
· die kirchliche Identität der Gemeinde
gewahrt bleiben.
Eine fortlaufende Information und Einbindung der Gemeindemitglieder sind wichtig, um die Akzeptanz der Entscheidungen zu ermöglichen.
3. Gebäudestruktur
Gebäude sind kein Selbstzweck.
Jedoch braucht die Gemeinde Räume, um Ihren kirchlichen Auftrag in Zukunft zu erfüllen. Sie werden als verläßlicher Treffpunkt für Gottesdienste, Gemeindearbeit, musikalische und kulturelle Veranstaltungen, diakonische und seelsorgerische Angebote benötigt.
Mittelfristig muss eine deutliche Reduzierung der Ausgaben für die Gebäude erreicht werden.
4. Umsetzung
Das Presbyterium setzt eine Steuerungsgruppe ein zum
· Ermitteln von perspektivischen Bedarfen
· Sammeln von Informationen
· Erarbeiten von Kriterien zur Umsetzung
· Entwickeln von Vorschlägen
· Vorbereiten von Entscheidungen.
Das Presbyterium legt die Zusammensetzung der Steuerungsgruppe fest. Berücksichtigt werden sollen Vertreter des Presbyteriums und des Bauausschusses. Wenn erforderlich kann zusätzlich Fachberatung hinzugezogen werden.
Beschlussvorschlag: Mitglieder können sein:
Vertreter des Presbyteriums
Vertreter des Bauausschusses
Fachpersonal:
Vertreter der verschiedenen Gemeindegruppen
Ggf. Architekt/ Fachplaner
Theologisch- spirituelle Begleitung
Fachberatung der Baubeauftragten des Kirchenkreises und ggf. der Landeskirche
5. Entwicklung nachvollziehbarer Entscheidungskriterien.
Ermittlung durch die Steuerungsgruppe.
Bewertungkriterien, die mit unterschiedlicher Gewichtung zum Entscheidungsprozess beitragen, können sein:
· Nutzungspotenzial (z.B. liturgisch, gemeindlich, diakonisch, kulturell)
· Betriebswirtschaftlichkeit (z.B. Betriebskosten, Rücklagen, Sanierungsbedarf 5-15 Jahre, finanzielle Tragfähigkeit, Fördermöglichkeiten)
· Lage und Erreichbarkeit (z.B. ÖPNV, Parkplätze, Dorfkern, Nähe zu Schule und KITA, Barrierefreiheit, sozialräumliche Bedeutung)
· Symbolische und emotionale Bedeutung, Identität und Tradition
· Nachhaltigkeit/ Energieeffizienz
· Optionen für Umnutzung oder Kooperationen
· Gerechtigkeit
6. Begleitende Grundsätze
1. Transparenz – Offenheit gegenüber Gemeinde und Öffentlichkeit
2. Partizipation – Offen für Ideen aus der Gemeinde
3. Verantwortung – Bewahrung kirchlicher Ressourcen (Geld, Energie, Personal)
4. Nachhaltigkeit – Ökologische und soziale Verträglichkeit der Entscheidungen